Kamado Grill – Ursprung und Geschichte
Der Kamado Grill ist ein traditioneller Holzkohlegrill aus Ton oder Keramik, dessen Ursprung in Japan liegt. Das japanische Wort „Kamado" bedeutet „Ofen" oder „Herd" und verweist auf die ursprüngliche Nutzung als Kochstelle im Haushalt. Aus dieser jahrhundertealten Bauform entwickelte sich der moderne Keramikgrill mit dickwandiger Hochleistungskeramik.
Vom japanischen Lehmofen zum Grillklassiker
Die Geschichte des Kamado reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Ursprünglich war der Kamado ein fest gemauerter oder transportabler Lehm- und Tonofen, auf dem japanische Haushalte Reis kochten, Speisen garten und Wärme erzeugten. Die Grundidee war schon damals dieselbe wie heute: Ein dickwandiger Garraum speichert die Hitze der Holzkohle und gibt sie gleichmäßig wieder ab.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lernten amerikanische Soldaten die japanischen Öfen kennen und brachten sie mit nach Nordamerika. Dort wurde die Bauform weiterentwickelt: Aus Ton und Schamott wurde moderne, witterungsbeständige Hochleistungskeramik, dazu kamen Federscharnier, Filz- oder Fiberglasdichtung und präzise Lüftungsschieber. So entstand der Kamado Grill, wie er heute auf Terrassen steht.
Warum sich die Bauform bis heute bewährt
Die charakteristische Eiform und die dicke Keramikwand sind der Grund, warum das Prinzip seit Jahrhunderten funktioniert. Die Keramik nimmt große Mengen Wärme auf (hohe Wärmekapazität) und hält die Garraumtemperatur über Stunden konstant — bei erstaunlich geringem Holzkohleverbrauch. Über Lufteinlass unten und Deckelventil oben regeln Sie die Temperatur allein durch den Kaminzugeffekt: mehr Luft, mehr Hitze; weniger Luft, weniger Hitze.
Damit deckt ein Kamado Grill ein Spektrum ab, das ein offener Grill nicht erreicht: direktes Grillen mit hoher Strahlungshitze, indirektes Grillen mit Deflektorstein, Low & Slow für Pulled Pork und Spare Ribs sowie Pizza backen auf dem Pizzastein. Wie das Zusammenspiel aus Feuerbox, Luftzirkulation und Deflektor im Detail funktioniert, erklärt der Ratgeber Wie funktioniert ein Keramikgrill?.
Moderne Kamado Grills
Heute fertigen Hersteller auf mehreren Kontinenten Keramikgrills nach dem japanischen Vorbild. In unserem Sortiment stehen dafür zwei Marken: Kamado Bono aus Litauen (Hersteller-Site) mit den Größen Media, Grande und Limited sowie Kamado Joe aus den USA (Hersteller-Site) mit den Serien Classic Joe und Big Joe. Typisch für die aktuelle Generation sind geteilte Grillrostsysteme für gleichzeitiges direktes und indirektes Grillen sowie eine präzise Temperaturregelung von etwa 100 bis über 400 °C.
Was bedeutet „Kamado"?
„Kamado" ist Japanisch und bedeutet „Ofen" oder „Herd". Gemeint war ursprünglich die traditionelle Kochstelle des Hauses — der Begriff steht heute für die gesamte Bauform des Keramikgrills.
Wie alt ist der Kamado Grill?
Die Bauform als Ton- und Lehmofen ist in Japan seit Jahrhunderten in Gebrauch. Der moderne Keramikgrill mit Hochleistungskeramik, Dichtung und Lüftungsschiebern entstand ab Mitte des 20. Jahrhunderts, nachdem die Öfen in die USA gelangt waren.
Was unterscheidet den modernen Keramikgrill vom traditionellen Kamado?
Das Garprinzip ist identisch: Wärmespeicherung in dicker Keramikwand. Neu sind Material und Ausstattung — witterungsbeständige Keramik statt Lehm, Federscharnier, Dichtung, Thermometer und fein justierbare Lüftungsöffnungen für exakte Temperaturkontrolle.