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Flanksteak mit Chimichurri – kurzgegrillt und in Tranchen serviert
Flanksteak mit Chimichurri ist die Königsdisziplin für kurzgebratene Steak-Cuts — und der Keramikgrill ist dafür wie gemacht. Der Grund: Beim Rückwärtsgaren ziehen Sie das Steak erst schonend bei 110–120 °C auf Temperatur und grillen es dann bei über 300 °C scharf an. Diesen schnellen Wechsel von Niedrigtemperatur auf Rostglut meistert der Kamado ohne Umbau, weil die Keramik die Hitze speichert und in Minuten hochfährt. Quer zur Faser aufgeschnitten wird das grobfaserige Flanksteak butterzart — die frische Chimichurri aus Petersilie, Knoblauch und Chili liefert den passenden Kontrast.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Für die Chimichurri die Petersilie samt zarter Stiele fein hacken — mit dem Messer, nicht im Mixer, sonst wird die Sauce bitter und breiig. Knoblauch und entkernte Chilischote fein würfeln.
- Gehackte Kräuter mit Oregano, Rotweinessig, Olivenöl und 0,5 TL Meersalz verrühren. Mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur ziehen lassen — je länger, desto runder das Aroma.
- Das Flanksteak trocken tupfen und die silbrige Sehnenhaut mit einem scharfen Messer entfernen. Beidseitig kräftig salzen und 30 Minuten Raumtemperatur annehmen lassen.
- Den Kamado für indirekte Hitze einrichten: Deflektorstein einsetzen, Deckel schließen und mit fast geschlossenen Lüftungsschiebern (unten und oben jeweils fingerbreit) auf 110–120 °C einregeln.
- Das Steak auf den Rost über den Deflektorstein legen, Kerntemperaturfühler in die dickste Stelle stechen. Mit geschlossenem Deckel auf 48–50 °C Kerntemperatur ziehen — je nach Dicke 25 bis 40 Minuten.
- Steak vom Rost nehmen und abgedeckt beiseitelegen. Deflektorstein mit Grillhandschuhen entnehmen, beide Lüftungsschieber komplett öffnen: Der Kamado klettert in 5–10 Minuten auf über 300 °C.
- Das Steak direkt über der offenen Glut 60–90 Sekunden pro Seite scharf angrillen, bis die Kruste dunkelbraun ist. Mit der anschließenden Ruhephase steigt die Kerntemperatur auf 54–56 °C — medium rare.
- 5 Minuten auf einem Brett ruhen lassen. Dann quer zur Faser in ca. 1 cm dünne Tranchen aufschneiden, leicht schräg angesetzt. Mit Pfeffer würzen und die Chimichurri großzügig darüber verteilen.
Warum Rückwärtsgaren im Kamado so gut funktioniert
Das Flanksteak stammt aus dem Bauchlappen des Rinds: aromatisch, preiswert und mit langen, groben Fasern — aber nur 2–3 cm dick. Grillen Sie es klassisch nur scharf an, ist das Zeitfenster zwischen roh und übergart winzig. Beim Rückwärtsgaren entkoppeln Sie beides: Die indirekte Phase bei 110–120 °C gart das Fleisch gleichmäßig von Rand zu Kern, die kurze direkte Phase liefert nur noch die Röstkruste. Das Ergebnis ist eine durchgehend rosa Schnittfläche ohne grauen Rand. Der Kamado spielt hier seinen größten Vorteil aus: Die dicke Keramikwand hält 110 °C stundenlang stabil und schiebt nach dem Öffnen der Lüftungsschieber binnen Minuten auf Steakhaus-Temperatur — ein Umbau oder zweites Gerät ist nicht nötig.
Häufige Fragen zum Flanksteak
Warum muss Flanksteak quer zur Faser geschnitten werden?
Die Muskelfasern verlaufen beim Flanksteak deutlich sichtbar längs durch das ganze Stück. Schneiden Sie quer dazu, kürzen Sie jede Faser auf Tranchenlänge — der Bissen wird zart. Schneiden Sie längs, kauen Sie auf fingerlangen Fasersträngen. Die Schnittführung entscheidet bei diesem Cut mehr über die Zartheit als die Garzeit.
Welche Kerntemperatur ist beim Flanksteak ideal?
54–56 °C, also medium rare. Da das Flanksteak mager und grobfaserig ist, wird es oberhalb von etwa 58 °C schnell trocken und fest. Ziehen Sie es indirekt nur bis 48–50 °C — die direkten Grillminuten und die Ruhephase heben die Kerntemperatur um die restlichen 4–6 °C an.
Kann ich die Chimichurri vorbereiten?
Ja, sie gewinnt sogar: Abgedeckt im Kühlschrank hält sie sich 3–4 Tage, das Aroma wird von Tag zu Tag runder. Nehmen Sie die Sauce eine Stunde vor dem Servieren heraus, damit das Olivenöl wieder flüssig und die Sauce zimmerwarm ist.